Silver Shadow: der moderne Rolls-Royce, 1965 bis 1980
Der 1965 vorgestellte Silver Shadow bricht in fast allen Punkten mit dem Silver Cloud: selbsttragende Karosserie statt separatem Rahmen, Scheibenbremsen an allen vier Rädern, Einzelradaufhängung und hydraulische Niveauregulierung.
Er übernimmt den Leichtmetall-V8 des Silver Cloud II mit 6,25 Litern, der 1970 auf 6,75 Liter wächst, kombiniert mit einer Automatik, bei den meisten Fahrzeugen einem Dreigang-Turbo-Hydramatic von General Motors. Die Familie umfasst:
- den Silver Shadow als viertürige Limousine, Ende der 1960er-Jahre ergänzt durch eine Version mit verlängertem Radstand;
- das zweitürige Coupé und Cabriolet von Mulliner Park Ward, 1971 in Corniche umbenannt;
- den Silver Shadow II (1977–1980) mit Zahnstangenlenkung, automatischer Zwei-Zonen-Klimaanlage und Frontspoiler;
- den Silver Wraith II (1977–1980), die Langversion des Silver Shadow II;
- die Bentley T1 und T2, technisch identisch und am Kühlergrill zu erkennen.
Wie funktioniert die Hydraulik des Silver Shadow?
Sie ist die Besonderheit des Wagens. Nach dem Vorbild der Citroën-Systeme und in Lizenz gefertigt, versorgt ein Hochdruckkreis Bremsen und Niveauregulierung: Zwei vom Motor angetriebene Pumpen laden die Druckspeicher, die den Bremsdruck für voneinander unabhängige Kreise bereithalten.
Das System arbeitet mit einer eigenen Flüssigkeit, RR363, die sich vom Mineralöl der folgenden Generation, des Silver Spirit, unterscheidet. Beide dürfen nie gemischt werden: Eine falsche Flüssigkeit lässt die Dichtungen aufquellen und macht den gesamten Kreis unbrauchbar. Druckwarnleuchten, die Ladezeit der Speicher und der Zustand der Schläuche sagen viel über die Gesundheit des Systems.
Welche Probleme hat ein Silver Shadow typischerweise?
Der Silver Shadow ist robust, doch Alter und Komplexität verlangen eine methodische Prüfung. Die Werkstatt untersucht systematisch:
- die Hydraulik: Druckspeicher, Pumpen, Dichtungen, Schläuche und Niveauventile, bei wenig bewegten Fahrzeugen oft ermüdet;
- Rost an der Karosserie: Schweller, Radhäuser, Bodenbleche, Kofferraum und die Aufnahmen der vorderen und hinteren Hilfsrahmen;
- die Kühlung des Leichtmetall-V8, der gepflegtes Kühlmittel braucht, um Block, Köpfe und Laufbuchsen zu schützen;
- die Elektrik: Fensterheber, Sitze, Klimaanlage und Wählhebel, deren Motoren und Kontakte altern;
- Gummilager und Fahrwerksteile, von denen Ruhe und Geschmeidigkeit des Fahrens abhängen;
- Holz, zeitgenössisches Leder, Teppiche und Chrom, deren Zustand den Charakter des Wagens stark prägt.
Einen Silver Shadow restaurieren: Wo anfangen?
Bei der Struktur. An einer selbsttragenden Karosserie ist Rost keine reine Optikfrage: Er betrifft Steifigkeit und Sicherheit des Wagens. Die Restaurierung beginnt daher mit einer vollständigen Prüfung auf der Hebebühne, gefolgt von einem detaillierten Kostenvoranschlag Position für Position; sie kann bis zur blanken Karosserie, zu Blecharbeiten, Grundierung und Lackierung reichen, einfarbig oder zweifarbig.
Danach folgen Mechanik, Hydraulik und Bremsen, erneuert mit Original-, gleichwertigen oder aufbereiteten Teilen, deren Herkunft angegeben wird; dann Chrom, Sattlerei und Holz. Die allgemeine Methode, die auch für Silver Cloud, Corniche und Camargue gilt, beschreibt die Seite zur Restaurierung eines Rolls-Royce. Während der Arbeiten erhalten Sie Fotos der wichtigen Schritte, und nichts geschieht ohne Ihre Zustimmung.
Wartung eines Silver Shadow: worauf es ankommt
Die Wartung eines Silver Shadow folgt dem Programm des Herstellers, mit besonderem Augenmerk auf die Hydraulik: Füllstand und Zustand der Flüssigkeit, Entlüften, Prüfung von Druckspeichern und Pumpen. Abschmieren des Fahrwerks, Einstellung von Zündung und Gemisch am V8, Kühlung und Getriebe gehören zu jeder Inspektion.
Ein Wagen, der lange stand, wird vor der Wiederinbetriebnahme geprüft: Flüssigkeiten, Dichtungen, Reifen und Gummiteile altern auch im Stillstand. Die Wartung eines klassischen Rolls-Royce hat eine eigene Seite, und die detaillierte Rechnung der Werkstatt dient danach als Wartungsnachweis.
Zeitgenössisches Leder, Holz und Teppiche
Der Innenraum macht einen großen Teil des Werts eines Silver Shadow aus: Leder an Sitzen und Türverkleidungen, lackiertes Wurzelholz, Wollteppiche.
Die Sattlerei für Rolls-Royce arbeitet vollständig in der eigenen Werkstatt, originalgetreu oder in einer Farbstellung Ihrer Wahl: Ob der Wagen bewahrt oder neu interpretiert wird, entscheiden Sie. Die Aufarbeitung der Holzteile wird im selben Projekt organisiert.
Was die Werkstatt für einen Silver Shadow tut
Seit 2017 in Mougins ansässig, übernimmt die unabhängige Werkstatt Original Classic & Luxury Cars Wartung, Mechanik, Karosserie, Sattlerei und Vollrestaurierung von Silver Shadow, Silver Wraith II und Corniche ebenso wie von ihren Bentley-Verwandten der T-Serie. Ein einziges Team begleitet den Wagen von der ersten Prüfung bis zur letzten Probefahrt.
Für eine erste Einschätzung kann ein Kostenvoranschlag anhand von Fotos und Videos aus der Ferne erstellt werden; der Transport des Wagens wird auf Wunsch organisiert, in Frankreich und in ganz Europa, zu schriftlich vereinbarten Bedingungen vor der Abfahrt.