Wie läuft eine Oldtimer-Restaurierung ab?
Eine Oldtimer-Restaurierung folgt einer Reihenfolge, die sich nicht abkürzen lässt. Jeder Schritt bereitet den nächsten vor, und ein früher Fehler rächt sich spätestens beim Zusammenbau. So verläuft eine Vollrestaurierung in der Werkstatt.
- Erstbegutachtung: Karosserie, Technik, Innenraum, Übereinstimmung der Nummern und Dokumente; sie bildet die Grundlage des Kostenvoranschlags, Position für Position.
- Zerlegung und Inventar: Jedes Teil wird fotografiert, beschriftet und eingelagert, von der Verkleidung bis zur kleinsten Schraube.
- Entlacken und Behandlung der Karosserie: bis aufs blanke Metall, danach sofortiger Schutz durch Grundierung, damit das Blech nicht oxidiert.
- Karosseriearbeiten: Ersatz korrodierter Partien (Böden, Schweller, Radläufe), Kontrolle der Karosseriemaße und Spaltmaße.
- Lackierung: Grundierungen, mehrfacher Zwischenschliff, Farbton, Klarlack oder Uni-Lack je nach Epoche, abschließend Politur.
- Technik: Motor, Getriebe, Bremsen, Fahrwerk, Tank und Leitungen, je nach Zustand überholt oder geprüft.
- Sattlerei und Chrom: Sitze, Verkleidungen, Teppiche, Himmel; Stoßstangen, Radkappen und Zierleisten neu verchromt oder ersetzt.
- Zusammenbau, Einstellung und Probefahrten: Kabelbäume, Dichtungen, Scheiben, dann Achsvermessung, Motoreinstellung und Probefahrten, bis alles stimmt.
Originalzustand oder Restomod?
Im Originalzustand zu restaurieren heißt, das Fahrzeug so wiederherzustellen, wie es das Werk verlassen hat: zeitgenössischer Farbton nach Farbcode, Materialien und Narbung von Leder oder Stoff, Oberflächen der Technikteile, Schrauben. Ziel ist dann, die Matching Numbers zu erhalten, also Motor und Getriebe, deren Nummern zum ursprünglichen Fahrgestell passen. Bei einem gesuchten Fahrzeug wiegt das oft am stärksten für den Wert.
Ein Restomod geht von einer anderen Idee aus: Silhouette und Charakter bewahren, modernisieren, was dem Fahren dient, etwa Bremsen, Fahrwerk oder Komfort. Die Werkstatt beherrscht beides, und der individuelle Aufbau hat eine eigene Seite. Eine Regel gilt: Entschieden wird vor der Zerlegung, nicht mittendrin.
Karosserie, Lack, Motor: die entscheidenden Arbeiten
Die Karosserie bestimmt alles Weitere. Einmal entlackt, zeigt sie alte Reparaturen, verdeckte Korrosion und Verzug. Danach folgt die Oldtimer-Lackierung, deren Vorbereitung weit mehr Zeit beansprucht als der Lackauftrag selbst, und das Verchromen der Zierteile, das Stoßstangen und Radkappen ihre Tiefe zurückgibt.
Auf der technischen Seite ist die Motorrevision oft der anspruchsvollste Posten: vollständige Zerlegung, Vermessung, Ersatz der Verschleißteile, Montage mit den vorgeschriebenen Anzugsmomenten.
In der Werkstatt restaurierte Fahrzeuge
Das Porsche 930 Turbo Cabriolet von 1989 wurde bis auf die nackte Karosserie zerlegt: Blech, Lack, Motor, G50-Getriebe, Bremsen und Fahrwerk. Der 911 S Targa „Soft-Window“ von 1967 erhielt eine gestrahlte Karosserie, eine elfenbeinfarbene Lackierung und einen überholten Motor. Der 964 Carrera 4 verließ die Werkstatt mit cognacfarbener Lederausstattung und einem in gestepptem Leder ausgeschlagenen Kofferraum vorn. Das markenspezifische Vorgehen beschreibt die Seite Porsche-Oldtimer-Restaurierung.
Bei Mercedes-Benz zeigen der schwarze 280 SL Pagode und das elfenbeinfarbene 220 SEb Cabriolet, dessen Reihensechszylinder und mechanische Bosch-Einspritzung überholt wurden, zwei Projekte derselben Epoche mit unterschiedlichen Anforderungen. Siehe auch Mercedes Pagode W113 und Mercedes-Benz-Oldtimer-Restaurierung. Die Werkstatt übernimmt ebenso die Ferrari-Restaurierung und britische Klassiker wie den Jaguar E-Type.
Fotodokumentation und Wahl der Teile
Jeder wichtige Arbeitsschritt wird fotografiert und Ihnen während der Arbeiten zugeschickt. Am Ende zusammengeführt, zeigt diese Dokumentation die entlackte Karosserie, die Blecharbeiten und die ersetzten Teile: Sie belegt die Restaurierung für künftige Besitzer ebenso wie für einen Gutachter.
Bei den Teilen gibt es drei Wege, von Fall zu Fall entschieden: Originalteil, solange es noch erhältlich ist, gleichwertiges Teil oder aufbereitetes zeitgenössisches Teil. Die Herkunft steht im Kostenvoranschlag und auf der Rechnung.















